Preisträger:innen 2025

Jakob Springfeld – unser Preisträger 2025
Der 2002 in Zwickau geborene Aktivist und Autor Jakob Springfeld engagiert sich bereits seit seiner Schulzeit gegen Rechtsextremismus. Mit seinem Aktivismus in Zwickau und außerhalb stößt er auf Anfeindungen, lässt sich davon jedoch nicht entmutigen und setzt sich weiterhin gegen Hass und rechte Gewalt ein. In seinen Büchern “Unter Nazis. Jung, ostdeutsch, gegen Rechts” (2022) und “Der Westen hat keine Ahnung, was im Osten passiert” (2025) thematisiert er das Erstarken rechter Strukturen und die Problematik eines vorurteilsbehafteten Blicks auf Ostdeutschland. Darüber hinaus spricht er in seinem Podcast „OKF – Ortskontrollfahrt“ auf Radio Fritz, dem Jugendsender des RBB, gemeinsam mit der ehemaligen SPD-Politikerin Lilly Blaudszun über ihr Aufwachsen im Osten und ihre geteilten Lebensrealitäten. Für sein Engagement für Demokratie wurde der Student der Politikwissenschaften bereits mit mehreren Preisen geehrt, unter anderem der Theodor-Heuss-Medaille.
Der Hildegard-Hamm-Brücher-Preis für Demokratisches Handeln würdigt seit 2009 herausragende Persönlichkeiten, die sich für demokratisches Engagement starkmachen. Dank der Unterstützung der Heidehof Stiftung zeichnet der Preis Menschen aus, die mit ihrem Wirken die Gesellschaft bewegen und stärken. Zu den bisherigen Preisträger:innen gehören Jennifer Sieglar und Tim Schreder (2022), Düzen Tekkal (2023) und Neven Subotić (2024).
Wir gratulieren Jakob Springfeld herzlich und danken ihm für seinen Einsatz für Demokratie und Zivilgesellschaft!
Projekte
Neben dem Hildegard-Hamm-Brücher-Preis werden auch Hildegard-Hamm-Brücher-Förderpreise an Projekte des Bundeswettbewerbs „Demokratisch Handeln“ vergeben, die sich durch ein besonders herausragendes Engagement auszeichnen, vergeben. Diese sind:
Ein selbstorganisiertes Jugendkulturcafé für Iserlohn
Mitglieder des Kinder- und Jugendrates Iserlohn schaffen mit dem Projekt „YOU – Das Jugendkulturcafé Iserlohn“ einen selbst verwalteten Treffpunkt für Jugendliche. Unterstützt vom Verein Kinderlobby e. V., dem städtischen Kinder- und Jugendbüro und weiteren Förderpartnern bildet das Café einen kreativen, selbst organisierten Ort für Jugendliche, der ihre demokratische Teilhabe fördert. Von der Konzeption über die Organisation des Umbaus der Räumlichkeiten und die Fördermittelanträge bis zur Planung der ersten Kulturangebote liegt der gesamte Prozess in der Hand der Jugendlichen. Zum Programm gehören ein regelmäßiges Politikfrühstück zu unterschiedlichen Themen, ein gemeinsames multikulturelles Essen, verschiedene Open-Stage-Veranstaltungen, ein Erste-Hilfe-Kurs, Literaturveranstaltungen sowie Back- und Koch-Kurse. Der Kinder- und Jugendrat will das Café als Kulturort für Jugendliche dauerhaft erhalten und ausbauen. Ziel ist, das YOU als festen Bestandteil der Jugendszene in Iserlohn zu etablieren.
Kabarettungsdienst
Beim Schüler:innenkabarett „Kabarettungsdienst“ des Ganztagsgymnasiums Johannes Rau in Wuppertal stehen engagierte Schüler:innen ab Klasse 7 auf der Bühne und präsentieren ihre eigene Sicht auf politische, soziale und gesellschaftliche Themen. Die Gruppe besteht jeweils aus 8–15 Teilnehmer:innen, wobei jeweils die Jüngeren von den Älteren lernen. Jede Textzeile wird von den Schüler:innen selbst geschrieben. Auch Musiksequenzen, Requisiten, Hefte und Plakate tragen ihre Handschrift. Jedes Programm erlebt zahlreiche Aufführungen, meist an außerschulischen Orten. Das aktuelle – es ist bereits das 32. – trägt den Titel „Grundgesetz statt weiter rechts“ und ist nicht nur in Wuppertal, sondern u. a. auch in Bochum, Düsseldorf und Heidelberg zu erleben. Bei regelmäßigen Treffen entwickelt die jeweils aktuelle Gruppe neue Ideen. Kurz nach den Sommerferien findet dann traditionell eine Probenwoche statt, bevor im September die Premiere ansteht. Beim „Kabarettungsdienst“ werden Werte wie Kritikfähigkeit, Dialogbereitschaft und Verlässlichkeit gelebt und weitergegeben – für hoffentlich noch viele weitere Jahre.
“Was wir zu sagen haben” – Gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung
Die Projektgruppe „Klappe auf! Für Demokratie“ der GHS Niederpleis in Sankt Augustin setzt sich aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung ein und versucht, nicht nur ihre eigene Schule zu einem sicheren Ort für alle zu machen. Mit ihrem Film „Was wir zu sagen haben“ sensibilisieren die Teilnehmenden die Öffentlichkeit innerhalb und außerhalb der Schule dafür, wie schmerzhaft Erfahrungen mit Diskriminierung und Rassismus sind. Sie wollen damit ein Bewusstsein für Rassismus schaffen, Gespräche anstoßen und nachhaltige Veränderungen im Umgang miteinander bewirken. Das Thema für den Film entwickeln die Schüler:innen im geschützten Rahmen des Schülerprojektkurses. Eigene Erlebnisse mit Beleidigungen und Gewalt fließen in das Konzept ein. Den mit professioneller Unterstützung gedrehten Kurzfilm präsentieren sie in verschiedenen Schulen, bei städtischen Veranstaltungen und in den Medien. Neben einem neuen Filmprojekt planen sie, ihr Engagement bei Workshops und Peertrainings in Kooperation mit anderen Schulen auszubauen.